Mont Ventoux serviert in 3 Gängen

Mit dem Rennrad auf den legendären Mont Ventoux, den Gigant der Provence, fahren. Ein Berg der Kategorie „HC“ welcher zusammen mit dem Col du Galibier, dem Col du Tourmalet und dem Anstieg hinauf nach L’Alpe d’Huez zu den „heiligen Bergen“ der Frankreich-Rundfahrt gehört. Viele Radsportler werden diesen Punkt wohl auf der ToDo-Liste stehen haben. Die meisten werden die Südwestrampe mit dem Startpunkt in Bedoin wählen. Die Auffahrt die im Rahmen der Tour de France, ab der berühmten Kehre in Saint-Estève, große Aufmerksamkeit erlangt hat. Erst im Frühjahr stand diese Route durch die Leistung von Nairo Quintana im Rahmen der Tour de Provence wieder im Fokus des Interesses. Hatte der Naironman doch -angeblich- mit 28 Minuten und 12 Sekunden eine neue Bestzeit für den Abschnitt von Saint-Estève bis zum Chalet Reynard aufgestellt. 12 Sekunden schneller als Marco Pantani im Jahr 1994. Einer Zeit als die Ernährung der Radsportler noch auf (mittlerweile angeblich verworfenen) hochwissentschaftlichen Erkenntnissen basierte… Fatty würde sagen: „Mit Zitronentee und Kuchen wird das schwierig.“

Doch es gibt noch zwei weitere Hauptstraßen hinauf zum Gipfel. Die Nordwestroute mit dem Startpunkt in Malaucène und die Ostroute in Sault beginnend. Während die Ostroute eher den Ruf eines „Chickenways“ hat, ist die Nordwestroute im Vergleich zur Auffahrt ab Bedoin nicht minder schwierig einzuschätzen. So sind die Profis im Jahr 1951 den Ventoux erstmals ab Malaucène befahren. Die weiteren 14 Befahrungen im Rahmen der Tour erfolgten über die Südwestrampe.

Welche Route also wählen wenn man nur einen Tag am Ventoux einplant? Man beginnt zu recherchieren und zu grübeln. Wie im Restaurant beim Blick in die Karte. Vielleicht eine Vorspeise zum Hauptgang? Aber was ist dann mit dem Dessert? Passt das überhaupt zusammen und ist das nicht zu viel? Lieber doch nur den Hauptgang? Der Kampf ‚Ratio vs. Emotion‘. Gerne gibt man nun die Verantwortung ab und lässt sich eine Empfehlung vom Kellner aussprechen. Unser Kellner hört auf den Namen „Club des Cinglés du Mont-Ventoux“ und empfiehlt einfach alle Speisen im exklusiven Mont Ventoux 3-Gänge-Menü zu bestellen! Wer das Menü innerhalb von 24h verschlingt, dem steht zusätzlich die Aufnahme in den „Club der Verrückten“, den Club des Cinglés du Mont-Ventoux in Aussicht. Nach kurzer Bedenkzeit macht das Sinn. Mit nur einer Bestellung 3 Gänge serviert bekommen. Kein Verzicht, keine Auswahl notwendig. Es gibt sogar eine Belohnung. Die positiven Emotionen nehmen überhand und bevor man wieder rationale Gedanken fassen kann, hat man vor überschwänglicher Freude schon beim Kellner das Menü bestellt. Wir lassen uns somit Sault als Vorspeise, Bedoin als Hauptgang und Malaucène als Nachspeise reichen. Zugegeben, mit WIR meinen wir an dieser Stelle den Schinger, welcher fortan noch Überzeugungsarbeit leisten musste.

Im August 2019 sind wir also zur „PCB – Tour de Hors Catégorie“ aufgebrochen. Schmolli hatte sich gewünscht an seinem 40. Geburtstag L’Alpe d’Huez zu fahren. Dies nahmen wir zum Anlass gleich mehrere Klassiker der Alpen zu erklimmen. Schnelle stand fest das Abenteuer in der Provence zu starten. Mont Ventoux³ als Warm-Up für die kommenden Aufgaben in den Alpen!

Schinger hatte sich bereits mit der offiziellen  Stempelkarte des Club des Cinglés du Mont-Ventoux eingedeckt. Fest entschlossen sich den Status „verrückt“ vom Clubchef Pierre Pic patentieren zu lassen und sein Palmarès um 134km und 4.400 Hm ergänzen zu können. Gruppendynamik sei Dank wird er sich am 11.08.2019 nicht alleine quälen müssen.

to be continued…

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